Programm

Samstag
1. Oktober 2022
19.30 Uhr

Vetropack Hall Bülach

Ensemble Kandinsky

Andreas Janke Violine
Fabio Di Càsola Klarinette
Thomas Grossenbacher Violoncello
Benjamin Engeli Klavier

«Volkstöne»

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio B-Dur op.11 Gassenhauer-Trio

Béla Bartok (1881-1945)
Contrasts für Violine, Klarinette und Klavier

Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908)
Scheherazade op.35

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

Das Ensemble Kandinsky musiziert in den farbenreichen Besetzungen mit Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier oder als Klarinettentrio (Klarinette, Violoncello und Klavier). Die vier Musiker Andreas Janke, Fabio di Càsola, Thomas Grossenbacher und Benjamin Engeli sind auf den grossen Konzertbühnen bestens bekannt und seit vielen Jahren Kammermusikpartner. Gemeinsam ist den im Raum Zürich beheimateten Künstlern, dass sie ihr grosses musikalisches Können und ihre jahrelange Erfahrung in den Dienst der grossen Meisterwerke stellen. Jedes Instrument bringt sein eigenes Farbspektrum in das Ensemble, um so die Kompositionen in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Das Ensemble interpretiert unterschiedlich besetzte Werke aus der Wirkungszeit ihres Namensgebers: von Johannes Brahms über Walter Rabl und Alexander Zemlinsky bis zu Béla Bartok. Dazu kommen häufig zeitgenössische Werke, die noch einmal ganz eigene Farbakzente setzen. Das Ensemble Kandinsky verspricht Musizierfreude und instrumentale Meisterschaft auf höchstem Niveau.

Andreas Janke, erster Konzertmeister des Tonhalle-Orchesters Zürich, wurde in einer deutsch-japanischen Musikerfamilie in München geboren und bekam seine Ausbildung an der Universität Mozarteum Salzburg in der Meisterklasse von Prof. Igor Ozim. Zudem wurde er im Fach Kammermusik vom Hagen-Quartett unterrichtet. Nach zahlreichen bedeutenden Preisen bei internationalen Wettbewerben wie beim Königin Elisabeth Wettbewerb in Brüssel oder beim Wettbewerb „Prager Frühling“ begann er bereits früh eine rege internationale Konzerttätigkeit, die ihn zu den führenden Orchestern in ganz Europa und Japan führte. Zu den Orchestern, mit denen er zusammenarbeitete, gehören u.a. das London Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Tonhalle-Orchester Zürich und die Academy of St.Martin in the Fields. Zudem ist er bei mehreren Festivals sowohl als Solist wie auch als Kammermusiker ein gern gesehener Gast. Zusammen mit dem Pianisten Oliver Schnyder und dem Cellisten Benjamin Nyffenegger bildet er das Schnyder Trio, mit dem er weltweit auf renommierten Konzertbühnen zu hören ist. Das Trio nimmt regelmässig für Sony Classical auf. Seit Herbst 2013 ist er zudem Professor für Violine an der Zürcher Hochschule der Künste. Andreas Janke spielt eine Violine von Carlo Bergonzi „Hozier, Andrews“ 1733-39, zur Verfügung gestellt von der Mercedes-Benz Automobil AG, Zürich.

Fabio Di Càsola gewinnt 1990 23jährig den 1. Preis beim renommierten ‚Concours de Genève’. Darauf folgen Einladungen zu bedeutenden internationalen Festivals wie den Berliner Festspielen, dem Festival in Evian und nach Lockenhaus. Er tritt als Solist auf mit Orchestern wie dem Russischen Nationalorchester, dem Prager Kammerorchester, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Musikkollegium Winterthur, dem Orchestra delle Svizzera Italiana, den Lucerne Festival Strings u.v.a. und als Mitglied verschiedener Kammermusikformationen. Fabio Di Càsola ist Professor an der Zürcher Hochschule der Künste und künstlerischer Leiter von „klang-Musiktage auf Schloss Meggenhorn“. „His brilliant…unforgettable performance…can think of no higher praise..“ – schreibt die ‚Sunday Times’ über seine SONY-Mozart-Klarinettenkonzert-CD. Die Schweizer Fachzeitschrift ‚Musik&Theater’ hält fest: ,Unbestreitbar ist Fabio Di Càsola heute die Nummer eins unter den Schweizer Klarinettisten. …’.

Thomas Grossenbacher wurde in Zürich geboren. Er ist Erster Solocellist im Tonhalle Orchester Zürich. Mit Dirigenten wie David Zinman, Sir John Elder, Armin Jordan oder Sir Antonio Pappano und Orchestern wie dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin oder dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom) ist er ebenso erfolgreich solistisch aufgetreten wie als Kammermusikpartner von Radu Lupu, Leon Fleisher, Yuja Wang, Helene Grimaud, Joshua Bell oder dem Carmina Quartett Zürch.

Seine CD-Einspielungen, insbesondere „Don Quixote“ (Arte Nova) von Richard Strauss mit dem Tonhalle Orchester Zürich unter der Leitung von David Zinman fanden grosse internationale Beachtung. Als Dozent an der ZHdK Zürich ist Thomas Grossenbacher ebenfalls sehr engagiert. Einige seiner Studenten sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und besetzen heute exponierte Positionen in renommierten Sinfonieorchestern oder Kammermusikformationen.

Benjamin Engeli wuchs in Kreuzlingen in einer Musikerfamilie auf und begann schon früh, sich für die verschiedensten Instrumente zu begeistern. Seine Ausbildung als Pianist erhielt er bei Adrian Oetiker, Homero Francesch, Lazar Berman, Andrzej Jasinski, Maurizio Pollini und Andràs Schiff. Mittlerweile konzertiert er in den meisten Ländern Europas, in Australien, Brasilien, China, Indien, Kanada, Libanon und den USA und musiziert mit Orchestern wie dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester Moskau oder dem Tonhalle Orchester Zürich. Neben seiner solistischen Tätigkeit widmet er sich mit Begeisterung der Kammermusik: als Mitglied des Tecchler Trios gewann er 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München, mit dem Gershwin Piano Quartet und weiteren Formationen führt er derzeit eine weltweite Konzerttätigkeit. Er war bis 2017 Dozent für Kammermusik an der Hochschule für Musik in Basel und ist heute Klavierprofessor am Landeskonservatorium Feldkirch.

Samstag
29. Okt. 2022
19.30 Uhr

Vetropack Hall Bülach

Gabiz Reichert
Klavier-Rezital

Gabiz Reichert Klavier

«Choräle in der Klaviermusik»

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Präludium und Fuge in cis-Moll BWV 849

Frédéric Chopin (1810-1849)
Nocturne op. 48 Nr. 1 in c-Moll
Nocturne op. 15 Nr. 3 in g-Moll
Scherzo Nr. 3 op. 39 in cis-Moll

Johannes Brahms (1833-1897)
Ballade op. 10 Nr. 4 in H-Dur

Franz Liszt (1811-1886)
Ballade Nr. 2 in h-Moll

César Franck (1822-1890)
Prélude, Choral et Fugue in h-Moll

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

Gabiz Reichert wurde 1994 in Winterthur (Zürich, Schweiz) geboren. Er ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter Preise des Bärenreiterverlages, der SUISA-Stiftung und des Vienna International Music Competition. Nach seinem Vorstudium am Konservatorium Winterthur führte er sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater München in der Klasse des finnischen Pianisten Prof. Antti Siirala fort und konnte sein Studium unter den besten seines Jahrganges abschliessen. Während seines Studiums erhielt er diverse Stipendien und hat als gefragter Solist immer wieder die Möglichkeit, sein Repertoire auch mit Orchestern aufzuführen (so zum Beispiel Rachmaninovs 2., Beethovens 4., Brahms 1., das Grieg-Klavierkonzert, etc.) und im Juni 2020 nahm er seine Debut-CD beim Label ARS auf mit Werken von Haydn, Beethoven und Prokofiev. Ausserdem gab Reichert Klavierabende in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Finnland und Japan, wo er als erster Schweizer eine Einladung des berühmten Sendai International Piano Competition bekam. Darauf folgte eine Konzerttournee durch Japan. Ebenso war er in vielen Meisterkursen Mitglied und konnte so von gefragten Solisten und Pädagogen – wie Matti Raekallio, Jacques Rouvier, Andrea Bonatta, Homero Francesh und noch vielen weiteren – wertvolle Impulse sammeln.

Gabiz ist ebenfalls als Dirigent aktiv. Von 2017 bis 2020 war er Dirigent und künstlerischer Leiter des Münchner Studentenorchesters „StOrch“ und zwischen 2019 und 2020 diente er in den selben Funktionen beim Garchinger Sinfonie Orchester „GSO“. In dieser Zeit war er direkt involviert in die Weiterführung beider Orchester und spielte eine wichtige Rolle in der qualitativen Entwicklung besonders des Studentenorchesters. Im Juni 2021 durfte er an einem Orchesterleitungs-Meisterkurs bei Johannes Schläfli (ZHdK) und James Lowe (Spokane Symphony Orchestra) teilnehmen und dirigerte dort ein Programm bestehend aus Mozart, Beethoven, Mendelssohn und Wagner.

Gabiz setzt sich aktiv für die Entwicklung und Findung neuer Formate für die Präsentation klassischer Musik ein. An seinen Konzerten versucht er, durch ein Interagieren mit seinem Publikum eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und außerdem arbeitet er mit großer Freude an kunst-interdisziplinären Projekten um den Horizont der Musik-Präsentation zu erweitern. Zur Zeit arbeitet er an der Produktion eines Animationsfilms zu den 9 Études-Tableaux Op. 39 von S. Rachmaninov mit dem Ziel, sowohl die Musik als auch den Film zu bereichern und somit ein breites Publikum zu erreichen.

https://gabizreichert.ch/de/

Sonntag
20. Nov.  2022
17 Uhr

Vetropack Hall Bülach

Trio Artemis

Katja Hess Violine
Bettina Macher Violoncello
Myriam Ruesch Klavier
Marcelo Nisinman Bandoneon

«Tribute to Piazzolla»

Astor Piazzolla (1921-1992)
Michelangelo 70
La Muerte del Angel
Ave Maria
Jeanne y Paul
Invierno porteno
Oblivion

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Brandenburgisches Konzert Nr. 3
Arioso

Carlos Gardel (1890-1935)
Cuando tu no estas

Marcelo Nisinman (*1970)
Hombre Tango

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

 

Die Geschichte des TRIO ARTEMIS ist mehr als eine Erfolgsgeschichte: Die seit 1995 gewachsene und ausgestaltete Zusammenarbeit zwischen Katja Hess (Violine), Bettina Macher (Violoncello) und Myriam Ruesch (Klavier), alternierend mit Felicitas Strack (Klavier), hat etwas Evolutionäres. Die vier Musikerinnen bereichern das ständig wachsende Repertoire mit Werken der klassischen Trioliteratur und interpretieren Spannendes und Entspannendes aus der Welt des Tango Nuevo sowie der Salon- und Volksmusik verschiedener Länder. Themen aus Oper, Musical und Filmmusik setzen die Diplomandinnen der Kammermusik (Zürcher Hochschule der Künste, Musikhochschule Karlsruhe) schöpferisch und originell um.

Die viel beachtete Radiosendung „Diskothek im Zwei“ (Radio SRF 2) wählte die Aufnahme „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla. vorgetragen durch das TRIO ARTEMIS, der hervorragenden Klangtonalität und aussergewöhnlichen Harmonie wegen als beste Interpretation. Die Musikerinnen produzierten mit dem Schweizer Klassik-Label „Gallo“ fünf Tonträger. Eine weitere CD realisierten sie während einer ihrer drei Japantourneen (Osaka, Jokohama, Tokio). Damit legen sie nicht nur die Horizontausdehnung ihrer Bühnenerfahrung zwischen Ost und West (USA und Argentinien) offen, sondern, sondern versinnbildlichen auch die Lust am Wachstum und der Entwicklung ihrer musikalischen Leidenschaft. Das alte Europa ist indessen die Heimat des TRIO ARTEMIS: Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweden, Spanien und natürlich die Schweiz bilden einen reichhaltigen geographischen und kulturellen Länderstrang der Konzert-, Radio- und TV-Auftritte.

www.trioartemis.ch

 

Katja Hess begann ihren Violinunterricht im Alter von fünf Jahren bei Werner Goos. Weitere Stationen ihrer Ausbildung waren Aida Piraccini-Stucki und Rudolf Koelman am Konservatorium Winterthur. Im Jahr 2000 erlangte sie mit dem TRIO ARTEMIS das Konzertdiplom an der Zürcher Hochschule der Künste. Bevor sie ihre Ausbildung in Österreich fortsetzte, besuchte Katja Hess u.a. Meisterkurse beim Carmina Quartett und bei Wolfgang Schneiderhan. Einen äusserst wichtigen und nachhaltigen Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung hatten die abschliessenden Studien bei Professor Boris Kuschnir am Bruckner Konservatorium in Linz und Wien.

Katja Hess wurde mehrfach ausgezeichnet; unter anderem mit dem Kulturförderpreis des Kantons Thurgau. Seit der Gründung des Trio Artemis konzentriert Katja Hess ihr künstlerisches Wirken vermehrt auf das Musizieren im Klaviertrio. Katja Hess realisierte zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Ihre rege Konzerttätigkeit führte sie in die USA. Japan, Südamerika und in mehrere europäische Länder ( Frankreich, Griechenland, Schweden, Deutschland und Oesterreich ) Sie konzertierte dabei zum Beispiel in der Izumi Hall Osaka, der Mirai Hall Yokohama, dem Theatro El Circulo Rosario, im Musikverein Wien und an den Bregenzer Festspielen. Ein Höhepunkt waren die Aufführungen von Ludwig van Beethovens Tripelkonzert im Kongress- und Kulturzentrum KKL Luzern , sowie im Nikolaisaal Potsdam.

Mit dem TRIO ARTEMIS hat sie mehrere CD’s produziert und gastiert mit demselben Ensemble auch regelmässig bei Radio- und Fernsehstationen.Eine wertvolle Bereicherung ist für Katja Hess die musikalische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen. An der Kantonsschule Frauenfeld unterrichtet sie eine Violin- und Violaklasse und leitet mit Robert Matti das „Kanti-Orchestra“.

Zusammen mit ihrer Mutter Brigitta ist Katja Hess für das Management des TRIO ARTEMIS verantwortlich. Ausserdem ist Katja Hess künstlerische Leiterin der Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau.

 

Bettina Macher ist eine gefragte Kammermusikerin in diversen Stilbereichen. Sie konzertiert regelmässig im In-und Ausland (KKL Luzern, Tonhalle Zürich, Deutschland, Frankreich, Litauen, Schweden, Japan, Australien , USA und Argentinien). 1998 gewann sie den renommierten Orpheus-Preis, der ihr viele Tore öffnete und Konzerttouren ermöglichte. Sie trat in diversen Orchestern, Formationen (u.a. Trio Festivo), Konzertreihen (UBS Arenakonzerte, Migros-Clubhauskonzerte, Casino Winterthur), Festivals (Gstaad, Bad Ragaz, Bodensee) auf, wirkte bei Radio-und Fernsehsendungen mit (Zebra, Megahertz, Musik für einen Gast, Sternstunden, SF bi de Lüt, Fensterplatz, Weihnachststimmung usw.) und realisierte Filme (mit Adrian Marthaler), Video-Clips (Bligg) , wie auch Musik für Kino-und Werbefilme.

Bettina Macher unterrichtet eine grosse Celloklasse am Konservatorium Winterthur, wo sie neben kleinen Kindern auch Teenager, Hochbegabte, Erwachsene und angehende Musikstudenten unterrichtet und betreut. Zusätzlich leitet sie dort auch ein Kinderorchester und unterrichtet Kammermusik Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt Bettina Macher neben dem Cellospiel sehr am Herzen.

Das Cello erlernte Bettina Macher bereits in frühen Jahren. Nach der Matura folgte ein Musikstudium am Konservatorium Winterthur, welches sie bei Markus Stocker erfolgreich und mit Auszeichnung mit dem Lehrdiplom abschloss. Es folgten weitere Studien und künstlerische Impulse bei Angela Schwartz, Thomas Grossenbacher, Raphael Wallfisch und dem Carmina-Quartett.

Schliesslich erlangte sie mit dem TRIO ARTEMIS das Konzertdiplom an der Zürcher Hochschule der Künste, worauf eine rege Trio-und Konzerttätigkeit folgte. Das Trio und die damit verbundenen Aufgaben (regelmässiges Erarbeiten neuer Werke, CD-Aufnahmen, Konzerte und Tourneen) zählt, neben den Schülern, zu den wichtigsten Tätigkeiten im Musikerleben von Bettina Macher.

 

Myriam Ruesch ist in Wil – St. Gallen, aufgewachsen und begann mit 6 Jahren bei Andreas Nick Klavierunterricht zu nehmen. Nach seinem Wegzug wechselte sie mit 10 Jahren zu dessen ehemaligem Lehrer, Alfred Ehrismann, ans Konservatorium Winterthur. Bereits vor dem Musikstudium gewann Myriam Ruesch Preise am Schweizerischen Jugendmusik- und Hans Ninck- Wettbewerb. Nach der Matura setzte sie das Klavierstudium am Konservatorium Winterthur bei A. Ehrismann fort und schloss 1994 das Lehrdiplom mit Auszeichnung ab. Anschliessend studierte sie bei Christian Favre am Konservatorium Lausanne und schloss 1996 mit dem Konzertdiplom ab. Weitere musikalische Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Clifton Matthews und Bruno Canino.

Bereits vor dem Studium am Konservatorium setzte sich Myriam Ruesch intensiv mit Kammermusik auseinander und war als Korrepetitorin tätig. Eines ihrer musikalischen Ziele war ein eigenes Klaviertrio, was sie 1995 mit der Gründung des TRIO ARTEMIS erreichte. Im Juni 2000 erlangte sie, zusammen mit dem Trio, das Konzertdiplom Kammermusik an der Musikhochschule Winterthur/ Zürich. Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland u.a. Deutschland (Dresden, München, Stuttgart), Frankreich, Japan (Tokio, Osaka, Kyoto), Teneriffa, Argentinien (Buenos Aires, Rosario), sowie diverse CD Einspielungen beim Klassik-Verlag Gallo waren die Folge.

Von 2002 – 2004 war Myriam Ruesch Dozentin für Korrepetition an der Musikakademie St. Gallen. Im Jahr 2002 erhielt sie für ihr musikalisches Wirken den Annerkennungspreis der Stadt Wil. Myriam Ruesch gehört zu den Juroren des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbes. Mit Engagement unterrichtet sie an der Musikschule Wil-Land und an der Musikschule der Stadt St. Gallen.

 

Der Musiker und Komponist Marcelo Nisinman, geboren 1970 in Buenos Aires, studierte Bandoneon sowie Komposition in Buenos Aires und an der Musik-Akademie Basel. Als Solomusiker spielte er unter anderem mit Martha Argerich, Gidon Kremer, Gary Burton, Fernando Suarez Paz, der WDR Big Band, dem Philharmonic Orchestra of Belgrad, dem Philadelphia Orchestra und dem Luzerner Sinfonieorchester.

Nisinman komponierte zahlreiche Werke für Bandoneon und Orchester, darunter etwa «Dark Blue Tango» (Ricordi Editions). Als Komponist wurde er zu diversen Festivals eingeladen, zum Beispiel zum Kuhmo Chamber Music Festival Finland, Boswil Festival in der Schweiz, Obertöne Kammermusik Festival in Österreich, Zeitkunst Festival in Berlin u.v.m.Nisinman arbeitet mit zahlreichen Musikerinnen und Musikern an verschiedenen Konzertprojekten und Studioaufnahmen.

Tribut to Astor Piazzolla

Wie kaum ein anderer Komponist begleitet Astor Piazzolla (1921–1992) das Trio Artemis seit den Anfängen. Immer wieder haben sich die drei Musikerinnen mit dem Begründer des Tango Nuevo auseinandergesetzt. Zu Piazzollas hundertstem Geburtstag widmen sie ihm nun ein eigenes Programm – gemeinsam mit dem international renommierten Bandoneonisten Marcelo Nisinman. Zusammen feiern sie das vielschichtige Werk von Piazzolla, dem es gelang, den Tango in die Moderne zu führen. Spielerisch verband er die argentinische Volksmusik mit Elementen des Folk, des Jazz und der Klassik. So liess er sich etwa von den Werken Johann Sebastian Bachs inspirieren.

Marcelo Nisinman und das Trio Artemis bringen diese Verflechtungen zwischen den Musikstilen von Bach bis Piazzolla auf der Bühne zum Ausdruck. Dabei vereinen sie Tango und Klassik zu einem aussergewöhnlichen Musikerlebnis voller Kraft und Gefühl.

www.nisinman.com

Sonntag
5. Februar 2023
17 Uhr

Vetropack Hall Bülach

Klavierduo Wiederkehr – Wiesli

Maki Wiederkehr Klavier
Andrea Wiesli Klavier

«Frauenquote 100%»
Cécile Chaminade (1857-1944)
Duo Symphonique op. 117
Intermède op. 36 Nr. 1
Pas des Cymbales op. 36 Nr. 2

Germeine Tailleferre (1892-1983)
Jeux de plain air

Joan Trimble (1915-2000)
Sonatina

Mélanie Bonis (1858-1937)
Scherzo op. 40

Amy Beach (1867-1944)
Suite für 2 Pianos upon Old Irish Melodies op. 104

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

*1986 Solothurn Schweiz. Mit 3 Jahren erster Klavierunterricht. Ein Jahr später beginnt sie, auch Violine zu spielen. 2003 Aufnahme in die Solistenklasse bei Prof. Homero Francesch an der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste). Nach der Matura an der Kantonsschule Solothurn nimmt Maki Wiederkehr 2004 zusätzlich zum Klavier- auch das Violinstudium auf, beschliesst aber im Folgejahr, sich auf das Klavierstudium bei Prof. Francesch zu konzentrieren.

2009 Abschluss sowohl des Lehr- als auch des Konzertdiploms mit Auszeichnung. 2011 folgt das Solistendiplom mit Ravels Konzert für die linke Hand und Orchester. Beendet ihre Studien 2012 mit dem CAS (Certificate of Advanced Studies).

Maki Wiederkehr wird als Solistin immer wieder mit ersten Preisen in der Schweiz und im Ausland ausgezeichnet. Zuletzt gewinnt sie den Rahn Musikpreis in Zürich, der ihr das Debüt im grossen Tonhalle-Saal ermöglicht und weitere Konzerteinladungen folgen lässt. 2010 nimmt sie in Luzern den Werkjahrespreis der Curt und Marianne Dienemann Stiftung entgegen, 2009 den Kiwanis Kammermusikpreis und wird gleichen Jahres auch mit dem Werkjahr des Kantons Solothurn ausgezeichnet. Zudem erhält Sie den Migros Studienpreis in Zusammenarbeit mit der Ernst Göhner Stiftung 2009/2010, Studienpreise der Kiefer Hablitzel Stiftung 2007/2008 und 2006 den Friedl Wald Studienpreis.

Neben ihrem festen Platz im Trio Rafale spielt sie gerne in kleineren und grösseren Besetzungen mit Bläsern und Streichern und pflegt auch das Liedrepertoire. Im Rahmen all dessen wurde Maki Wiederkehr schon ans Menuhin Festival Gstaad, Galway Festival Dublin oder ans Equinox Chamber music Festival Kopenhagen eingeladen.

Ein grosses Anliegen ist ihr neben ihrer Konzert- auch die Unterrichtstätigkeit: Seit 2014 unterrichtet sie an der Musikschule Konservatorium Zürich; davor war sie an der Musik-Akademie Basel tätig

Als Solistin tritt Andrea Wiesli mit verschiedenen Orchestern in Europa auf. 2021 gastierte sie in im ukrainischen Lemberg mit dem Lviv National Philharmonic Orchestra und Klavierkonzerten von Hermann Goetz und Hermann von Glenck. 2019 brachte sie mit dem Lebanese Philharmonic Orchestra das Klavierkonzert von Clara Schumann in Beirut zur Aufführung. 2017 war sie mit dem Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester und dem Klavierkonzert von Volkmar Andreae in Italien und in der Schweiz zu hören (darunter in der Tonhalle Zürich). 2015 spielte sie mit der Südwestdeutschen Philharmonie das 2. Klavierkonzert von Gion Antoni Derungs. Weitere Gastspiele gab sie mit dem Kammerorchester Arcata Stuttgart beim Europäischen Musikfest, dem Berner Orchester Variaton und dem Collegium musicum St. Gallen im Rahmen des Internationalen Bodenseefestivals.

Neben ihrer solistischen Tätigkeit ist Andrea Wiesli auch eine begeisterte Kammermusikerin und Liedbegleiterin. Mit dem Trio Fontane (Noëlle Grüëbler, Violine, Jonas Kreienbühl, Violoncello) wurde sie am Kammermusikwettbewerb des Migros Kulturprozent 2007 als bestes Klaviertrio ausgezeichnet. In der Folge wurde das Ensemble in die Künstlervermittlung „Junge Musikerinnen und Musiker“ aufgenommen. Seither übt das Trio eine regelmässige Konzerttätigkeit im In- und Ausland aus. Höhepunkte waren die Auftritte in der Tonhalle Zürich, in der Alten Universität Heidelberg, im Schloss Elisabethenburg in Meiningen (D), am Festival Sommets musicaux de Gstaad, den Musikwochen Braunwald und Arosa sowie im Rahmen der Schubertiade Sion und der Lenzburgiade. Radioübertragungen auf SWR2, Radio SRF 2 und Espace2 sowie mehrere CD-Einspielungen für Guild, cpo und Solo Musica dokumentieren das künstlerische Schaffen des Ensembles. www.triofontane.ch

Weitere Höhepunkte waren das Konzert an den Internationalen Herzogenberg-Tagen 2012 mit dem Carmina Quartett, das Gastspiel mit der Violinistin Noëlle Grüebler am Kammermusikfestival in Lima 2007 sowie das Rezital in der Melba Hall in Melbourne 2006. Gemeinsam mit den beiden Schauspielern Graziella Rossi und Helmut Vogel tritt sie regelmässig in musikalischen Lesungen auf, die auf Konzepte von Armin Brunner zurückgehen.

2011 erschien ihre erste CD „Poetry in music“ mit Werken von Robert Schumann, Hans Huber, Theodor Kirchner und Franz Liszt bei Guild. Das Album fand viel Beachtung („feinstes Fingerspitzengefühl“ Musik & Theater, „with charm, grace and instinctive musicality“ International Record Review) und wird regelmässig von Radio Swiss Classic ausgestrahlt. Seither sind vier weitere Alben mit Kammermusik, Liedern und Solowerken für cpo und Guild hinzugekommen, darunter viele Ersteinspielungen.

Andrea Wiesli ist auch als Musikwissenschaftlerin tätig. 2010 publizierte der Schwabe Verlag ihre Forschungsarbeit über das Basler Musikleben des Fin de Siècle. 2016 promovierte sie an der Universität Zürich über Liszts Schubert-Transkriptionen, wofür sie mit einem der begehrten Forschungskredite ausgezeichnet wurde. Sie ist Vorstandsmitglied der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich und Fachreferentin.

Samstag
4. März 2023
19.30 Uhr

Vetropack Hall Bülach

AOIDE Trio

Klaidi Sahatçi Violine
Sasha Neustoev Violoncello
Seung-Yeun Huh Klavier

 

Felix Mendelssohn (1809-1847)
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll

Arnold Schönberg (1874-1951)
Verklärte Nacht op. 4
für Klaviertrio bearbeitet von Eduard Steuermann

 

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

Das 2016 gegründete AOIDE Trio besteht aus in der klassischen Musikwelt bestens bekannten Musikerpersönlichkeiten, die sowohl solistisch als auch
kammermusikalisch international anerkannt sind.
Neben ihren pädagogischen und künstlerischen Tätigkeiten
in verschiedenen Musikinstitutionen und auf internationalen Konzertbühnen haben die drei Musiker mit dem Motto “Leidenschaft und Liebe zur Musik vermitteln“ das AOIDE Trio ins Leben gerufen.

www.aoidetrio.com

In Seoul, Korea  geboren, studierte in Deutschland,  England und  in den USA. Sie gewann mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben und konzertiert seither in den USA, in Asien und mehreren verschiedenen europäischen Ländern. Sie arbeitet regelmässig mit Dirigenten wie David Zinman, Adam Fischer, John Curro, Peter Kuhn, Heribert Beissel, Marcus Bosch, Pietari Inkinen und Wolfram Christ zusammen, und konzertiert mit Klangkörpern wie dem Baltimore Symphony Orchestra, der Osterreichisch-Ungarischen Haydn–‐Philharmonie, den Bielefelder Philharmonikern, dem Philharmonischen Staatsorchester Halle, dem Kurpfälzischen Kammerorchester, camerata Zürich und Sejong Soloists. Neben der solistischen Tätigkeit ist Seung-Yeun Huh auch eine gefragte Kammermusikerin. Das 1996 gegründete „Huh Trio“ (mit zwei ihrer Schwestern) feiert 2016 ihr 20 jähriges Bestehen. Zudem tritt sie regelmässig in verschiedenen Kammermusikformationen wie Horn Trio und Klavierquintett mit Bläsern oder Streichern auf. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen u.a. Mischa Greull (Horn), Andreas Janke (Violine), Musiker aus dem Tonhalle–‐Orchesters Zürich und das Stradivari Quartett. Nach der erfolgreichen Gesamteinspielung der Klaviersonaten und Klavierstücken von W. A. Mozart auf fünf CDs beim Label ARS MUSICI erschienen die drei Bände „Années de Pèlerinage“ von Franz Liszt auf zwei CDs in Zusammenarbeit von DLF und ARS MUSICI. 2012 nahm sie die beiden späten Klaviersonaten c-Moll und B-Dur von Franz Schubert bei ACUSTICA RECORDS und im darauf folgenden Jahr die Aufnahme des Huh Trios mit Werken von Dmitri Schostakowitsch und Joseph Haydn. Neben der Konzerttätigkeit ist Seung-Yeun Huh ausgebildete Kulturmanagerin und Prorektorin an Musikschule Konservatorium Zürich.

Klaidi Sahatçi wurde im Jahre 1972 in Tirana geboren, wo er mit 6 Jahren das Violinstudium begann. Im Jahre 1992 zog er nach Italien ans Konservatorium G. Verdi in Mailand zur Erweiterung seiner musikalischen Kenntnisse, wo er 1994 mit höchster Auszeichnung und ehrenvoller Erwähnung das Solistendiplom unter der Leitung von Gigino Maestri erlangte. Weitere Stationen waren Meisterklassen bei Salvatore Accardo an der Accademia W. Stauffer in Cremona und bei Boris Garlitzky in Lyon.

Klaidi Sahatçi gab sein viel beachtetes Solistendebüt in Mailand mit dem Sinfonieorchester der Radio Televisione Italiana und “Guido Cantelli” Orchester. Es folgten Soloauftritte mit dem Orchestra della Svizzera Italiana, den Virtuosi Italiani, den Cameristi della Scala, dem Zürcher Kammerorchester, Orchestre National de Lyon und dem Orquesta Nacional de Chile. Der Kammermusik widmete er sich in Zusammenarbeit mit weltberühmten Musikern wie z.B. Rafael Oleg, Julian Rachlin, Bruno Canino, Bruno Giuranna, Dmitry Sitkovetsky, François-Frederic Guy, Yuja Wang . Seine intensive kammermusikalische Aktivität führte ihn auch an die Meisterzyclus Zürich, in der Tonhalle Zürich, am Teatro alla Scala Milano, in der Salle Gaveau in Paris,

der Kammermusikzyklus in Lyon, Different Trains et Pianodrom Festival à Tirana,Stagione Concertistica al Teatro Grande di Brescia, Kammermusik in Tonhalle Zürich,  Lugano Festival sowie zur Società del Giardino und Società dei Concerti in Mailand usw.

Nebst andern Projekten sind vor allem eine CD-Aufnahme mit Kammermusikwerken von Alexander Tansman zusammenarbeiten mit dem Pianist und Komponist G.Koukle, sowie die CD “Albanian Memories” mit Dh.Lazo.

Klaidi war von 2004 bis 2008 erster Konzertmeister beim Zürcher Kammerorchester, von 2007 bis 2009 erster Konzertmeister am Orchester des Teatro alla Scala in Mailand, und seit 2009 ist er erster Konzertmeister beim Tonhalle Orchester Zürich.

Er ist auch Dozent in die Hochschule der Italienischen Schweiz.

Klaidi Sahatci spielt die Violine “Wieniawski,Bower“ von Antonio Stradivari aus dem Jahre 1719, die ihm von Benz Mercedes Zürich zur Verfügung gestellt wird.

Sasha Neustroev studierte in der Klasse des international renommierten Cellisten David Geringas und wurde 1997 beim Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris als «Bester Russischer Cellist» ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt er ein Diplom beim Tschaikowsky-Wettbewerb. 2001 gewann  Neustroev in Christchurch, Neuseeland, beim «4th International Australasian Adam Cello Festival & Competition» den ersten Preis sowie einen Spezialpreis für die beste Interpretation von Piazzollas «Le Grand Tango». Im März 2002 trat er als Solist mit dem Tonhalle- Orchester unter der Leitung von Lorin Maazel auf, was durch DRS-2 direkt übertragen wurde. Juni 2003 machte er als Solist eine Konzerttournee mit dem «New Zealand Symphony Orchestra». Diverse CD, TV- und Rundfunkaufnahmen ergänzen seine Tätigkeit.

Seit September 1999 ist Sasha Neustroev stellvertretender Solo-Cellist im Tonhalle-Orchester Zürich und pflegt Kammermusik mit Marta Argerich, Julia Fischer, Heinz Holliger, Christian Tetzlaff. Weiter spielt er an Festivals in Gstaad, Schleswig Hol. Neustroev ist ein festes Mitglied des «Valentin Berlinsky Quartett».

Freitag
21. April 2023
19.30 Uhr

Vetropack Hall Bülach

Klavier-Rezital

Beatrice Berrut Klavier

Das Programm wird später bekannt gegeben.

Ticketpreis CHF 40.– (35.– Legi, Freundeskreis)

 

Beatrice Berrut, geboren im Wallis am Fuße der Schweizer Alpen, verbringt ihre Kindheit mit ihrer Schwester auf tief verschneiten Hängen – mit zwei fährt sie schon Ski – und so manche felsige Majestät erklimmend. Diese Nähe und die tiefe Verbundenheit zu den steinernen Riesen ihrer Heimat und der Natur begleiten sie noch heute auf ihren musikalischen Reisen. Früh schon prägt der wundersame Klang des Klaviers ihre Vorstellungskraft, gibt es – dank ihrer Mutter – doch keinen Abend wo beide Schwestern nicht zu den Melodien von Schumanns Kinderszenen oder Mendelssohns Liedern ohne Worte einschlafen.

Von der Klangwelt der großen schwarzen Holzkiste, die schöne und ausdrucksvolle Harmonien erklingen lässt, fasziniert, nimmt Beatrice Berrut mit 8 Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Sie übt mit großer Neugier und Beständigkeit, denn eine neue Welt, abseits von Schule und Alltag, will erkundet werden. Wenige Jahre später wird sie vom Klavierklang völlig vereinnahmt: Beatrice hört das erste Mal das zweite Klavierkonzert von Johann Brahms. Es ist ein existentieller, harmonischer Schock, der die Elfjährige dazu bewegt den Kosmos der Musik komplett ihr eigenen nennen zu wollen. Beatrice entschließt sich dazu Pianistin zu werden.

Nach unzähligen müßigen Tastenausflügen und zahlreichen Spaziergängen am Ufer des Genfer Sees später entdeckt Beatrice die großen Komponisten und ihre in schwarz weißen Notensystemen festgehaltenen Gedanken. Liszt – der selbst in der Schweiz Inspiration suchte und sie auch fand – wird zu einem zentralen Charakter in ihrem Leben. Das Vallée d’Obermann ist das Tal, in dem sie selbst aufgewachsen ist, und manchmal scheint es, dass sie während ihrer Wanderungen in den Bergen die tiefe Bedeutung seiner Werke am Horizont schimmern sehen kann.

„Die Kunst des Klavierspiels“, das Buch von Heinrich Neuhaus, setzt den Klangausdruck des Klaviers dem Orchester gleich, einem prächtigen Klangspektrum das harte Hämmer und metallene Saiten vergessen lässt. Ein klangreiches Farbenspiel mit Herz und kühlen Kopf. Neuhaus beantwortet mit dieser Lehre zahlreiche Fragen der jungen Pianistin. Mit 16 studiert Beatrice bei Esther Yellin in Zürich, und mit 19 reist sie nach Berlin wo sie für mehrere Jahre die Studentin von Galina Iwanzowa wird. Beide Lehrmeisterinnen waren einst selber Studentinnen von Neuhaus. In Berlin feilt die junge Pianistin am soliden Grundgerüst ihrer Technik und entwickelt ihre eigene Klangsprache. Beatrice kennt zu dem Zeitpunkt zwar einige großen Bühnen bereits, sie ist mit 16 die Schweizer Finalistin des Eurovision Contest und mit 20 wird sie von Gidon Kremer zu seinem Festival in Basel eingeladen, aber sie strebt weiter nach einem unverwechselbaren Ausdruck und kühner Interpretation. Beides findet sie.

Seitdem reist Beatrice durch Europa und die Welt: für Klavierabende sowie als Solistin mit Orchester bestreitet sie mit Verbündeten in der Musik zahlreiche Konzerte. Darunter finden sich die Dortmunder Philharmoniker, Philharmonie Südwestfalen, Orchestra della Svizzera Italiana, Orchestre National des Pays de la Loire, unter anderen. Sie darf bisher die Tonhalle Zürich, den Wiener Musikverein, die Berliner Philharmonie, sowie das Tianjin Grand Theatre in China, das Teatro Coliseo in Buenos Aires oder die Preston Bradley Hall in Chicago für konzertante Abende ihre Bühne nennen.

Die Kunst des Klavierspiels ist nicht nur makellose Technik, leidenschaftlicher Ausdruck und pointierte Momente der Überraschung, sondern auch der Geist, dem die Musik selbst zugrunde liegt. Programmabende von Beatrice Berrut sind fein konzipiert und ausgeklügelt und beinhalten nicht selten eigene Transkriptionen. Die Diskografie hält das künstlerische Schaffen der Konzertpianistin unverwechselbar fest: Nach einer versteckten Hommage an ihre Mutter, die ihr die Musik Schumanns nähergebracht hat, folgen zwei Alben, die zwei großen Mystikern Tribut zollen: dem Meister des wohltemperierten Klaviers Johann Sebastian Bach und dem unbändigen Freigeist Franz Liszt. Beatrice Berrut lebt nach wie vor in der Schweiz und arbeitet derzeit an ihrem neuen Album, das sie zwei ganz besonderen Komponisten widmet. Man darf gespannt sein.

Es gibt in der menschlichen Seele einen göttlichen Funken und etwas Ewiges, und nichts beweist das mehr als die Musik. „Wozu hat denn der Mensch das himmlische Geschenk, die Hoffnung empfangen?” schrieb Johann Brahms in seinem Brief an Clara Schumann im Oktober 1857. Er kommt zur Überzeugung, dass Musik spirituelle Lebenskraft und Hoffnung ist. Musik kann jedem Mensch für einen Augenblick die Schönheit der Ewigkeit offenbaren. Es ist das Privileg des Musikers diese Augenblicke zu gestalten, festzuhalten und unvergänglich erwecken zu lassen.