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Beatrice Berrut

Beatrice Berrut, geboren im Wallis am Fuße der Schweizer Alpen, verbringt ihre Kindheit mit ihrer Schwester auf tief verschneiten Hängen – mit zwei fährt sie schon Ski – und so manche felsige Majestät erklimmend. Diese Nähe und die tiefe Verbundenheit zu den steinernen Riesen ihrer Heimat und der Natur begleiten sie noch heute auf ihren musikalischen Reisen. Früh schon prägt der wundersame Klang des Klaviers ihre Vorstellungskraft, gibt es – dank ihrer Mutter – doch keinen Abend wo beide Schwestern nicht zu den Melodien von Schumanns Kinderszenen oder Mendelssohns Liedern ohne Worte einschlafen.

Von der Klangwelt der großen schwarzen Holzkiste, die schöne und ausdrucksvolle Harmonien erklingen lässt, fasziniert, nimmt Beatrice Berrut mit 8 Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Sie übt mit großer Neugier und Beständigkeit, denn eine neue Welt, abseits von Schule und Alltag, will erkundet werden. Wenige Jahre später wird sie vom Klavierklang völlig vereinnahmt: Beatrice hört das erste Mal das zweite Klavierkonzert von Johann Brahms. Es ist ein existentieller, harmonischer Schock, der die Elfjährige dazu bewegt den Kosmos der Musik komplett ihr eigenen nennen zu wollen. Beatrice entschließt sich dazu Pianistin zu werden.

Nach unzähligen müßigen Tastenausflügen und zahlreichen Spaziergängen am Ufer des Genfer Sees später entdeckt Beatrice die großen Komponisten und ihre in schwarz weißen Notensystemen festgehaltenen Gedanken. Liszt – der selbst in der Schweiz Inspiration suchte und sie auch fand – wird zu einem zentralen Charakter in ihrem Leben. Das Vallée d’Obermann ist das Tal, in dem sie selbst aufgewachsen ist, und manchmal scheint es, dass sie während ihrer Wanderungen in den Bergen die tiefe Bedeutung seiner Werke am Horizont schimmern sehen kann.

„Die Kunst des Klavierspiels“, das Buch von Heinrich Neuhaus, setzt den Klangausdruck des Klaviers dem Orchester gleich, einem prächtigen Klangspektrum das harte Hämmer und metallene Saiten vergessen lässt. Ein klangreiches Farbenspiel mit Herz und kühlen Kopf. Neuhaus beantwortet mit dieser Lehre zahlreiche Fragen der jungen Pianistin. Mit 16 studiert Beatrice bei Esther Yellin in Zürich, und mit 19 reist sie nach Berlin wo sie für mehrere Jahre die Studentin von Galina Iwanzowa wird. Beide Lehrmeisterinnen waren einst selber Studentinnen von Neuhaus. In Berlin feilt die junge Pianistin am soliden Grundgerüst ihrer Technik und entwickelt ihre eigene Klangsprache. Beatrice kennt zu dem Zeitpunkt zwar einige großen Bühnen bereits, sie ist mit 16 die Schweizer Finalistin des Eurovision Contest und mit 20 wird sie von Gidon Kremer zu seinem Festival in Basel eingeladen, aber sie strebt weiter nach einem unverwechselbaren Ausdruck und kühner Interpretation. Beides findet sie.

Seitdem reist Beatrice durch Europa und die Welt: für Klavierabende sowie als Solistin mit Orchester bestreitet sie mit Verbündeten in der Musik zahlreiche Konzerte. Darunter finden sich die Dortmunder Philharmoniker, Philharmonie Südwestfalen, Orchestra della Svizzera Italiana, Orchestre National des Pays de la Loire, unter anderen. Sie darf bisher die Tonhalle Zürich, den Wiener Musikverein, die Berliner Philharmonie, sowie das Tianjin Grand Theatre in China, das Teatro Coliseo in Buenos Aires oder die Preston Bradley Hall in Chicago für konzertante Abende ihre Bühne nennen.

Die Kunst des Klavierspiels ist nicht nur makellose Technik, leidenschaftlicher Ausdruck und pointierte Momente der Überraschung, sondern auch der Geist, dem die Musik selbst zugrunde liegt. Programmabende von Beatrice Berrut sind fein konzipiert und ausgeklügelt und beinhalten nicht selten eigene Transkriptionen. Die Diskografie hält das künstlerische Schaffen der Konzertpianistin unverwechselbar fest: Nach einer versteckten Hommage an ihre Mutter, die ihr die Musik Schumanns nähergebracht hat, folgen zwei Alben, die zwei großen Mystikern Tribut zollen: dem Meister des wohltemperierten Klaviers Johann Sebastian Bach und dem unbändigen Freigeist Franz Liszt. Beatrice Berrut lebt nach wie vor in der Schweiz und arbeitet derzeit an ihrem neuen Album, das sie zwei ganz besonderen Komponisten widmet. Man darf gespannt sein.

Es gibt in der menschlichen Seele einen göttlichen Funken und etwas Ewiges, und nichts beweist das mehr als die Musik. „Wozu hat denn der Mensch das himmlische Geschenk, die Hoffnung empfangen?” schrieb Johann Brahms in seinem Brief an Clara Schumann im Oktober 1857. Er kommt zur Überzeugung, dass Musik spirituelle Lebenskraft und Hoffnung ist. Musik kann jedem Mensch für einen Augenblick die Schönheit der Ewigkeit offenbaren. Es ist das Privileg des Musikers diese Augenblicke zu gestalten, festzuhalten und unvergänglich erwecken zu lassen.

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